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Von Familie Pauls  

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Der Lebenslauf eines Klaviers

Ich bin ein Klavier und wurde in einem Werk in Hannover-Hainholz geboren.
Ich bekam ein feines Gewand aus edlem Palisanderholz, seine Farbe war
schwarz. Nun kam ich in ein Geschäft und wartete darauf, von einem guten
gekauft zu werden. Mein Wunsch erfüllte sich bald. Ein sehr freundlicher Herr
sah mich sehr genau und kritisch an. Ich gefiel ihm gleich, und er kaufte mich.
Mein Zuhause war die Stadt Linden bei Hannover. Mein Besitzer war, wie ich
gleich bemerkt hatte, ein sehr liebenswerter Mensch, von Beruf war er Lehrer.
Ja, die Kinder hatten es bei ihm bestimmt gut! Er war musikalisch sehr begabt
und gab nun seinen eigenen Kindern und Kindern von guten Freunden
Klavierunterricht. Wie war ich stolz, dass ich sein Diener war! So ging es
viele Jahre, ich bereitete den Menschen, bei denen ich lebte, viel Freude.
Das merkte ich daran, dass sie mich gut pflegten. Die Jahre gingen dahin,
auch ich wurde älter und alt, sehr alt. Auch den schrecklichen Krieg überlebt
ich, meine lieben Besitzer leider nicht. Ich war nun sehr traurig.
Die Erben behandelten mich aber gut. - Als ich ganz alt und auch nutzlos
wurde, kam ich vorübergehend in Pflege bei fremden Leuten. Sie konnte
mich leider nach einer Zeit auch nicht mehr gebrauchen, sie hatten keinen
Platz mehr für mich.
 
Meine Stimme war ja auch nicht mehr die beste. - So erbarmte sich der Sohn
meines ersten Besitzers, der mich über alle Maßen geliebt hatte, meiner und
holte mich in seine einklassige Dorfschule in die Lüneburger Heide. Dort diente
ich ihm im Gesangsunterricht der Schüler und im Gesangverein, den er im
Dorfe leitete.

Das waren noch ein paar erträgliche Jahre. Mit der Pensionierung meines
Besitzers zog ich mit ihm nach Hannover-Linden zurück in sein Elternhaus,
wo ich nun stand. Leider erhielt ich keinen Platz in seiner Wohnung, sondern
im dunklen Keller. Aus Spaß wurde hin - und wieder auf mit herumgeklimpert.
Mein Todesurteil hieß: „Du bist ja nicht mehr mal tauglich für die primitivste
Kneipe, so verstimmt bist du. Ich verbrachte also meine Tage im dunklen Keller,
bis mich meine Besitzer, die Enkel meines ersten lieben Besitzers, an einen
sehr tüchtigen Kunsttischler verschenkten. In seiner Werkstatt wurde ich
aufgemöbelt, sehr fein. Auch meine Stimme wurde wieder gut und klangvoll.
Dafür sorgte mein jetziger Besitzer auch. Heute habe ich ein feines neues
Zuhause in Sehnde bei Hannover.

Mein Besitzer ist der Kunsttischler, der mich wieder sehr begehrenswert
gemacht hat. Seine Kinder lernen auf mir das Klavierspielen. Ich selbst freue
mich jeden Tag an meinem neuen, guten Leben.



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